Krim-Krise

  • Russische Fallschirmjäger hätten in einen Landstreifen in der Region Cherson vorrücken wollen, teilte das Ministerium am Samstag in Kiew mit. Einheiten des ukrainischen Militärs hätten die russischen Kräfte daran gehindert.


    Und ich frage mich gerade, wie sie es die russischen Truppen daran gehindert haben?

  • Und ich frage mich gerade, wie sie es die russischen Truppen daran gehindert haben?


    Keine Ahnung. Ich war nicht dort und kann daher nur nachplappern was Offiziell gesagt wurde. Ob was an der Sache ist werden wir sicher in den nächsten Tagen lesen können.


    Interessant ist auch, das Russland im UNO-Sicherheitsrat isoliert dasteht. Sogar China hat sich bei einer Abstimmung enthalten.


    Na ja, auch egal. Ich muss mal weg^^ Wir werden sicher in der nächsten Zeit mehr Informationen erhalten um die (angeblichen) Geschehnisse besser beurteilen zu können.

  • Die Frage ging auch nicht direkt an dich. Mir kommt es nur komisch vor. Wenn Russland da wirklich hin wollen würde, dann könnten die kaum durch ukrainische Truppen gehindert werden.

  • Die Frage ging auch nicht direkt an dich. Mir kommt es nur komisch vor. Wenn Russland da wirklich hin wollen würde, dann könnten die kaum durch ukrainische Truppen gehindert werden.


    Die wollten wahrscheinlich nur die Lage checken, es war ja nur eine kleine Einheit Fallschirmjäger. Außerdem haben die Ukrainer zur Zeit noch die besseren Karten, da die immerhin schwere Waffen haben. Die russische Infanterie kann ohne Unterstützung nicht einfach so von der Krim aus vorgehen. Deshalb haben die Russen ja auch Truppen an die Grenze zur Ukraine verlegt. Es war wohl wieder nur eine Provokation seitens der Russen, da sie erstmals auf Gebiet vorgedrungen sind, welches nicht auf der Krim liegt. Das Gebiet wird übrigens noch wichtig werden, da sich dort Anlagen von Chornomornaftogaz befinden, eine auf der Krim ansässigen Gasförderfirma. Die ist am Mittwoch von der Krimregierung "verstaatlicht" worden und soll nach dem Referendum an Gazprom gehen.

  • Soviel zum Thema "Wahlgeheimnis" auf der Krim:


    Zitat

    Ein paar kritische Beobachtungen zum Wahlprozedere: Zwar gibt es Kabinen, in denen abgestimmt werden kann, doch für die Wahlzettel existieren offenbar keine Umschläge - und sie werden anschließend in gläserne Urnen, die mitten im Raum stehen, gesteckt. Auch wenn man den Zettel theoretisch knicken könnte - das Wahlgeheimnis steht bei diesem Referendum offensichtlich nicht im Mittelpunkt.


  • Soviel zum Thema "Wahlgeheimnis" auf der Krim:


    Eine faire Wahl stand ja nie im Zentrum seit bekannt wurde das sie vorverlegt wurde und keine unabhängigen Wahlbeobachter auf die Krim gelassen werden.


    In der Sonntagszeitung von Heute ist auch ein Artikel der sagt, das pro-Ukrainische Aktivisten wegen Drohungen gegen sie und ihre Familie aus der Krim geflohen sind. Ob oder in welchem Ausmass das stimmt weiss ich nicht.


    Wie auch immer: Ich denke nicht das die Wahl fair sein sollte. Und gerade deshalb wird sie auch nicht von vielen Menschen annerkannt werden (wie lange gehts wohl bis Vorwürfe von Wahlbetrug/-manipulationen aufkommen?). Man kann also sagen, das die Wahl nur ein weiterer Eskalationspunkt ist (zumindest lautet so meine Prognose).


    Die Frage ging auch nicht direkt an dich. Mir kommt es nur komisch vor. Wenn Russland da wirklich hin wollen würde, dann könnten die kaum durch ukrainische Truppen gehindert werden.


    Wenn es nur ein kleiner Trupp ist kann ich mir durchaus vorstellen das sie aufgehalten werden. Aber wie schon gesagt: Was da genau abgelaufen ist kann ich nicht sagen.


    Ich frage mich aber, inwiefern Russen geschützt werden indem man versucht Gasanlagen militärisch zu besetzen... Na ja, die USA hat ja in gewissen Staaten im mittleren Osten auch nur wegen Erdöl und Gas militärisch interveniert. Was will man also anders erwarten?

  • Bei 12% Krimtataren.. is klar. Nennt mich einen verblendeten Prowestler, aber ich glaub kaum ds jemand für seine eigene Deportation stimmt. Die 20% Ukrainer lass ich jetz mal komplett außen vor.

    Dieser Beitrag wurde bereits 631 mal editiert, zuletzt von »_Penguin_« (Heute, 00:00)
    Atheisten: Leute, die einen Glauben, den sie nicht haben, glühend verteidigen :brainsnake:

  • 93% stimmten wohl für Russland.


    Aber dank der nicht vorhandenen neutralen Beobachtern geht die demokratische Legitimität dieser Abstimmung gegen Null (wie übrigens auch die Absetzung von Janukowitsch). So gesehen bringt die ganze Aktion absolut nichts, da jede Seite sie nach belieben auslegen kann. Russland kann sagen "Die wollen ja zu uns" und "der Westen" meint daraufhin "Aber die Wahl wurde manipuliert und ist daher sicher nicht aussagekräftig".


    Bei 12% Krimtataren.. is klar. Nennt mich einen verblendeten Prowestler, aber ich glaub kaum ds jemand für seine eigene Deportation stimmt. Die 20% Ukrainer lass ich jetz mal komplett außen vor.


    Die Krimtartaren wollten doch aus Protest die Wahl boykottieren. Und angeblich sind pro-Ukrainische Aktivisten bedroht worden und aus der Krim geflohen.


    Na ja, mal sehen was morgen alles spannendes in der Zeitung steht.

  • Krimataren -> 40%~


    Das schonmal nebenbei, zudem man an den Reaktionen auf den Straßen schon sieht für wen hier gestimmt wurde. Aber war klar, ein unrechtmäßiger Präsident kommt ohne der Mindeststimmen an die Macht -> Guter Mann


    Die Menschen wählen selbst -> Böse Russen, aber gut... man muss nicht überrascht sen :hihi:

  • Mal angenommen die Krim kommt zu Russland, die Ukraine stellt der Krim den Strom, das Wasser und Gas ab, laut Expertenmeinungen (sowohl europäische-, russische, als auch amerikanische Experten) dauert es gut 5 Jahre ehe Russland eine Versorgung der Krim gewährleisten kann, am Schluss sind die Leidtragenden wieder die Bevölkerung.


    So ein Szenario wäre durchaus vorstellbar.

  • Mal angenommen die Krim kommt zu Russland, die Ukraine stellt der Krim den Strom, das Wasser und Gas ab, laut Expertenmeinungen (sowohl europäische-, russische, als auch amerikanische Experten) dauert es gut 5 Jahre ehe Russland eine Versorgung der Krim gewährleisten kann, am Schluss sind die Leidtragenden wieder die Bevölkerung.


    So ein Szenario wäre durchaus vorstellbar.


    Ich denke von "früher" ist noch ein gewisses Versorgungsnetz vorhanden.

  • Mal angenommen die Krim kommt zu Russland, die Ukraine stellt der Krim den Strom, das Wasser und Gas ab, laut Expertenmeinungen (sowohl europäische-, russische, als auch amerikanische Experten) dauert es gut 5 Jahre ehe Russland eine Versorgung der Krim gewährleisten kann, am Schluss sind die Leidtragenden wieder die Bevölkerung.


    So ein Szenario wäre durchaus vorstellbar.


    Was denkst du wie Russland reagiert wenn "die Russen" nun tatsächlich wegen den Ukrainern in der Versorgungssicherheit bedroht wären? Putin hat ja das "ok" für einen militärisches Eingreifen in der gesamten Ukraine (also nicht nur der Krim). Und es glaubt hier wohl Niemand hier das es Putin oder Europa wirklich um die Bevölkerung der Ukraine/Krim geht...

  • Das emotionale sei Dir vergönnt. Ich bin dem Thread auf Grund einiger Protagonisten hier aus den von Dir oben genannten Gründen auch immer mal wieder längerfristig ferngeblieben. Prinzipiell fand ich genau deswegen einst ein eigenes geschlossenes Unterforum für die PP's für angemessen, damit die anderen Subjekte, die nicht in der Lage sind, eine konstruktive Diskussion zu führen gleich außen vor bleiben!!!


  • Nun ist die Krim offiziell annektiert. Beide Seiten, die Krimregierung und Putin, sind zufrieden. Doch nun sind Dialog und Diplomatie nur noch bedingt möglich. Problematisch wird es dahingehend, den vom Westen geforderten Status Quo wiederherzustellen. Jetzt müsste eine Seite nachgeben oder den ersten Schritt dazu signalisieren. Zwar klingen Dialog und Diplomatie immer vernünftig, aber was bringen sie, wenn die gegnerischen Fronten so verhärtet sind, vorallem die der USA und Rußland, dass selbige jeweils das Völkerrecht als Mittel zum Zweck missbrauchen, um den Gegner in den Augen der Welt als Heuchler und Lügner zu entlarven?
    Das sind gewisse Parallelitäten zum Kalten Krieg, in welchem die Propaganda und die Influenz der weltöffentlichen Meinung weitaus mehr Priorität genossen, als das Intervenieren und militärische Eingreifen. Jeweils die andere Partei konnte einen Propagandasieg bis zum Letzten ausschlachten. Mal waren es die Russen nach der Niederlage der Amerikaner 1973 in Vietnam. Wiederrum die Amerikaner nach dem Einmarsch der Sowjets in Afghanistan, dessen sie als Anlaß sahen, die Olympischen Spiele zu boykottieren und den Einmarsch als Perversion des Bösen zu titulieren.


    Des Weiteren beanspruchten die Amerikaner den Sieg im langen Kalten Krieg, nachdem der Zerfall der Sowjetunion stattfand. Anstatt auf die Russen zuzugehen, ihnen die Hand zu reichen, sie, wie Guido Knopp es schön sagte, in ein interkontinentales Bündnis zu involvieren und aus ehemaligen Feinden Freunde zu machen, dergleichen sie es mit dem besiegten Deutschland nach 1945 taten, imponierten die Amerikaner und sahen sich natürlich nun als alleinige Weltpolizei, allen voran in der Ära Bush. Jegliches Völkerrecht wurde seit 2001 gebrochen, jedesmal durch eine neue Möglichkeit der Legitimation gedeckt. Nur wussten die Amerikaner nicht, dass ihr Ansehen stetig sank, ihre Reputation gegenüber der Welt nur noch eine Farcé.
    Nunja die Amerikaner taten es doch den Russen gleich. Egal, ob die Südvietnamesischen Regierung um Hilfe bat, egal ob Nationalisten in Chile, Argentinien um Hilfe baten, dem Ami interessierten nicht die örtlichen Begebenheiten, die vorherigen demokratischen Strukturen, hauptsache der pöhse Kommunist wird verdrängt. Wie oft wurde die Souveränität von Staaten seitens der Amerikaner verletzt? Dutzende male. Geschichte revidiert sich, wiederholt sich und Geschichte wird verdrängt. Die USA im Jahre 2014 unterstützen Nationalisten in der Ukraine. Okay, man kann jetzt entgegnen, dass mehrere Parteien an der Übergangsregierung beteilligt sind, aber wieso diese offene Sympathie für jegliche Antidemokraten? Ist das etwa wieder das Mittel zum Zweck, nämlich der Einverleibung Ukraines in die NATO und die Reduktion der russischen Machthemisphäre? Dafür werden dubiose und fragwürdige Parteien in Kauf genommen. Ebenso ein zurückbleibendes Machtvakuum. Dieses haben die Russen genutzt, um es den Amerikanern gleich zu tun und einen "Hilfe"Ruf seitens der autonomen Regierung auf der Krim mit einem Einmarsch zu beantworten.


    Den Rest kennen wir. Das Problem ist hierbei, dass das Völkerrecht als Argument genutzt wird und nicht ernsthaft befolgt wird - auf beiden Seiten. Anstatt Ukraine schnell auf die Beine zu helfen, indem man schnelle demokratische Wahlen unterstützt und das Machtvakuum dort beseitigt, wird die Ukraine ausgeschlachtet um die eigene Position zu manifestieren. Die Ukraine beginnt sich zu spalten. Es bedarf einer langfristigen, beide Seiten befriedigenden Lösung. D.h. die USA müssen die Krimwahl anerkennen, ebenso die EU und somit Rußland an den Verhandlungstisch zurückholen. Lächerliche Punktsanktionen bringen nichts - im Gegenteil sie schüren doch gerade den Hass auf der anderen Seite und manifestiert sie doch in ihrer vertretenen Position. Wieso muss die Ukraine weiterhin als Spielball missbraucht und von beiden Seiten gezerrt und auseinandergerissen werden.
    Endweder die USA sowie die EU machen Druck, bringen die Wirtschaftssanktionen ins Spiel, die die dortige Wirtschaft treffen werden und den Effekt eines sog. "Moralbombing" erzielen, also die Sympathie für Putin senken werden oder sie vertreten eine klare friedliche, vernünftige und sich von der Geschichte abgrenzende Haltung, d.h. für mich Konsens, der nur durch das jeweilige Nachgeben der beiden Parteien erreicht werden kann, ansonsten würde kein Einvernehmen erreicht und die Einigung erzielt werden: Die USA muss nachgeben, die Niederlage ihres Ego anerkennen und die Krim in die Unabhängigkeit entlassen. Im Gegensatz dazu verpflichtet sich Rußland die ansonstige territoriale Integrität der Restukraine zu wahren, somit auch die des Donezskbecken. Sie dürfen keine Sezessionen und Separationen unterstützen und die dortigen Russen beschwichtigen. Dafür müssen sie aber auch die Ukraine in freie Wahl der supranationalen Bündnisse entlassen. Sie darf selber entscheiden, wie auch die Krimbewohner es tun durften. Die EU muss Neutralität bewahren und keinerlei Beeinflussung in ihre Richtung fabrizieren. Am besten wäre es, dass die Ukraine vielleicht weiterhin neutrales Land zwischen EU und Rußland sein würde, was aber im Angesichte der Proeuropäischen Haltung des ukrainischen Parteienspektrums schwierig zu gestalten ist und Bedarf für weitere Verhandlungen sein wird. Zugeständnisse, ein Entgegenkommen und neutrale Verhandlungen sind wichtig für die Zukunft Osteuropas respektive der Ukraine. Ohne dies war nie ein Lösung zustande gekommen und wird es auch nie werden, zu groß der Eigennutz und die eigenen Interessen, aber wir müssen sie hinten anstellen und die Hand reichen statt sie bestrafend zu ballen.


    Frieden und Konsens ist nur möglich, wenn man ihn pflegt und hegt und nicht, indem man ihn aufzwingt und diktiert.

  • Schöner Text Robman! Aber an einem Punkt muss ich dir widersprechen:


    D.h. die USA müssen die Krimwahl anerkennen, ebenso die EU und somit Rußland an den Verhandlungstisch zurückholen.


    Die Annerkennung der Krim-Wahl würde viel eher das Vorgehen der Russen befürworten. Es ist auch nicht verwunderlich das sich viele Ex-UdSSR Staaten von einer Invasions Russland fürchten da auch sie eine (zum Teil beachtliche) russische Minderheite besitzen. Viel eher sollten doch sowohl die EU/USA und auch Russland sich einigen eine erneute faire Wahl (ohne den Druck, mit der Möglichkeit eines Informationsprozesses und mit der Möglichkeit den alten Status zu Befürworten) abzuhalten. Auf der Grundlage dieses Ergebnisses könnte man dann natürlich Verhandeln. Die momentane Situation wird gerade wegen der gigantischen demokratischen Defiziten nie die Grundlage einer Verhandlung auf Augenhöhe sein können.


    Ich hoffe das ich mich irre, befürchte aber das ich richtig liege.


    Frieden und Konsens ist nur möglich, wenn man ihn pflegt und hegt und nicht, indem man ihn aufzwingt und diktiert.


    Schön gesagt! Und ich hoffe beide Seiten sehen das auch ein! Durch einen Konflikt/Krieg verliert auch der "Gewinner" nur.


    E:


    Unter mir: :patsch:


    Muss zur Uni und kann daher jetzt nicht auf den Quatsch antworten.