CallofDutySeries.de - Hardwaretest - Raijintek Antila D5


  • Die Zeiten, in denen Wasserkühlungen als Spielzeuge von Nerds belächelt wurden, sind größtenteils vorbei. Immer mehr Anwender gehen den Schritt von der günstigen AIO Kühlung hin zum Costom Loop. Dies kann nicht nur (in Idealfall) deutlich besser aussehen, auch die Erweiterung auf Grafikkarte Motherboard und Speicher ist so viel einfacher möglich. Der visuelle Vorteil wird in der Regel durch den finanziellen wieder vernichtet und auch Platz muss vorhanden sein. Belohnt wird man jedoch am Ende bei ausgewogenen Systemen mit deutlich niedrigeren Temperaturen und einem weit geringeren Geräuschpegel.


    Das Herzstück einer solchen Anlage ist die Pumpe. Diese zieht die Flüssigkeit aus dem Wasser- oder Ausgleichbehälter, kurz RGB. Es gibt viele, besser noch verdammt viele Möglichkeiten beides zu kombinieren. Eine Variante präsentiert die Firma Raijintek mit der Antila D5. Was das Besondere daran ist, versuche ich nun herauszufinden.



    Am Anfang war der Karton, klein und unscheinbar. Daher will ich dazu auch wenig Worte verlieren, die Chance diesen irgend wann einmal bei Netto zu finden ist als eher gering einzuschätzen.



    In dem Karton befindet sich die Pumpe mit aufgesetztem AGB und Montageblock. Dieser hat Langlöcher für die Montage im Boden oder an der Rückwand. Dabei sollte man immer versuchen etwas zu "entkoppeln", sprich mit Gummi oder Schaumstoff zu verhindern, das der Halter direkt am Gehäuse anliegt. Gerade bei hohen Drehzahlen übertragen sich sonst die Vibrationen der Pumpe unschön auf das Gehäuse und dieses macht die Geräuschkulisse als Resonanzkörper zu einer echten Zumutung.
    Der Röhrenbehälter kann oben aufgeschraubt werden, was das Befüllen erheblich erleichtert. Dies ist in meinen Augen ein großer Vorteil zum Vorgänger, welcher mittels eines Rohres gespannt war, was dazu führen konnte das man beim Öffnen den Behälter abzieht und die Soße im Gehäuse verteilt.



    Ein Blick auf die Pumpe verdeutlicht Eingeweihten, warum man hier auf den Beinamen D5 zurück greift, die Ähnlichkeit zwischen dieser Pumpe und der Laing D5 ist doch sehr frappierend.



    Aus der Seitenansicht erkennt man den Motor mit Steuerelektronik, sowie das Pumpenelement. Dieses läuft frei im Wasser und beschleunigt es in die gewünschte Richtung. Durch diesen Aufbau kann man sicherstellen, dass selbst bei blockiertem Wasserfluss die Pumpe nicht sofort fest läuft.



    Am Boden findet man dann, auch nicht wirklich überraschend, die Kabelausgänge, sowie eine Vorjustierung für die Drehzahl, wenn man die Pumpe ungesteuert einsetzt.



    Für die Spannungsversorgung zeichnet ein 4-Pol Molex Stecker zuständig, den es an den meisten Netzteilen noch gibt. Bei Aufbauten mit Abnehmbaren Steckern ist es durchaus möglich, dass hierfür ein eigenes Kabel gelegt werden muss, da diese Stecker in der Regel von keiner Hardware mehr genutzt werden.



    Der wirklich interessante Part ist dieses kleine Steckerchen. Durch die Belegung suggeriert er schon einmal, dass die Steuerung der Pumpe via PWM Lüfteranschluss möglich ist. Der Vorteil hierbei liegt klar auf der Hand. Während die meisten AIO Systeme auch die Versorgungsspannung über einen Lüfterport generieren und diesen dabei teilweise an die Grenzen der zumutbaren Auslastung bringen, bekommt diese Pumpe die Spannung direkt vom Netzteil und nur das Drehzahl und das Steuersignal werden mit dem Board verbunden. PWM Stecker sind inzwischen eher die Regel und steuern je mach Impulslänge die Drehzahl von Lüftern oder, wie in diesem Falle, eben auch Pumpen. Damit ist eine sehr feine Ansteuerung möglich und man kann die Software vom Board benutzen, muss also nicht noch weitere Zusatzprogramme installieren.



    Für meinen kurzen Test lasse ich die Pumpe mit dem Hauseigenen CPU-Wasserblock rennen. Weitere Infos dazu gibt es später in einem anderen Test.


    Raijintek gibt die Fördermenge der Pumpe mit 900 l/h an. Dabei handelt es sich natürlich um Idealbedingungen ohne Widerstand durch Kühler oder andere Komponenten. Unter Vollast bei etwas mehr als 4000 Umdrehungen pro Minute bekomme ich in in meinem Aufbau immerhin gute 200 l/h durch das System, allerdings durchaus zu Lasten der Geräuschkulisse. Da die Pumpe gegen den Widerstand des Kühlers "prügelt" hört man sie deutlich kämpen und die Vibrationen sind definitiv auch nciht von schlechten Eltern. Ansehnlich ist dabei der Strudeleffekt im Ausgleichbehälter, der bei einigen Kontenraten wie Aurora definitiv einen schönen Anblick bietet.
    Ich bevorzuge jedoch eher die leisere Variante und reduziere daher die Drehzahl auf etwas mehr als 2500. Damit erreiche ich, dass die Pumpe nur zu hören ist, wenn ich gezielt darauf lausche. Der Wasserdurchsatz liegt immer noch über 100 l/h und damit weit im grünen Bereich.



    Der Strudeleffekt (im Bild bei klarer Flüssigkeit einfach nicht darstellbar) ist weit geringer, aber immer noch vorhanden.


    Alles in Allem weiß die Antila D5 zu gefallen. Der Aufbau ist einfach und die Montage kommt ohne ein vorheriges Studium aus. Der Lautstärkepegel ist durchaus als gut zu bezeichnen und die Förderleistung ist auch durchaus positiv. Damit reiht sich Raijintek mit in die Riege der Hersteller ein, welche einfache aber durchdachte Systeme für den Endanwender zur Verfügung stellen. Ein echter Vorteil ist die PWM Ansteuerung, die diese Pumpe für jeden Anwender, auch ohne zusätzliche Steuergeräte, händlebar macht. Sicher kann man das Paket auch etwas schicker darstellen, muss dann aber auch dementsprechend in die Tasche greifen.


    Mit knapp 120 Euro z.B. bei Caseking -> hier klicken spielt diese Einheit in einer Preisklasse, wo die meisten AIO bereits am Ende sind. Hier fehlt für den selben Effekt dann noch ein Radiator, der CPU Block und die Lüfter. Finanziell macht es also nur Sinn, wenn auch die Grafikkarte mit eingebunden wird, oder man Wert auf verbesserte Kühlung und aufgelöste Bauweise legt. Trotz allem gibt es vom Nerd für dieses nette Stück Hardware eine Empfehlung und den coole Hardware Award.


  • Cool das du noch immer diese tollen Tests machst, sind immer toll geschrieben!
    Ick habe noch immer zu viel Respekt vor wasser im PC... ick glaub, bei mir dauert es noch nen paar Jahre bis ick mich ran traue, selbst was AiO Kühler angeht. :D

  • Cool das du noch immer diese tollen Tests machst, sind immer toll geschrieben!
    Ick habe noch immer zu viel Respekt vor wasser im PC... ick glaub, bei mir dauert es noch nen paar Jahre bis ick mich ran traue, selbst was AiO Kühler angeht. :D

    Die Angst kenn ich nur zu gut, habs dann aber doch mal richtig gemacht mit allem drum und dran :D Hab da auch etwas experimentiert in der Zeit und daher noch einige Bilder von verschiedenen Setups mit der Wasserkühlung :)




  • Wenn man jetzt, im Jahre 2018, nach ewiger Zeit mal wieder einen Test von dir liest, merkt man erst, wie lange man schon hier ist. Ewigkeiten. :D


    Sehr cool, dass du immer noch solche Test schreibst. Habe zwar null Ahnung von Hardware, aber immer interessant zu lesen. :thumbup: