Spieletest: Titanfall 2

  • Getestete Plattform: PlayStation 4
    Publisher: EA
    Entwickler: Respawn Entertainment
    Release: 28.10.2016


    Vorwort: Es ist lange her, seit ich News oder Tests geschrieben habe, daher kann es gut sein, dass es hier und da ein wenig holprig formuliert ist. Bitte macht mich dementsprechend auf Fehler aufmerksam, Danke! Ebenso bitte ich zu berücksichtigen, dass große Teile des Textes mit dem Handy geschrieben sind, da ich seit geraumer Zeit kein Notebook mehr besitze. Dies ist auch ein Grund, weshalb ich keine Bilder zum Text einarbeiten konnte. Auch hier bitte ich bei fehlerhafter Formatierung und eventuellen Autokorrekturen Hinweise zu hinterlassen, Danke! Die Titanfall 2 Kopie wurde mir freundlicherweise von Papa respektive dadurch von EA zur Verfügung gestellt!


    Herbst 2016. Man nähert sich so langsam Weihnachten und viele Publisher und Entwickler bringen ihre neuesten Spiele auf den Markt. Dieses Jahr kommen gleich drei Schwergewichte in Sachen Egoshooter auf uns zu und die Spieler haben die Qual der Wahl. Soll es nun Battlefield 1, Titanfall 2 oder Call of Duty: Infinite Warfare sein? Eine Veröffentlichung zwischen Battlefield 1 und Call of Duty: Infinite Warfare bringt Titanfall 2 automatisch in Schwiergkeiten was Aufmerksamkeit und Absatzzahlen betrifft. Doch was hat der Shooter von Respawn Entertainment, welcher erstmals auch auf der PlayStation 4 erscheint, zu bieten? Schauen wir uns das Spiel doch einmal genauer an!


    Singleplayer


    Nachdem der Vorgänger gänzlich ohne Einzelspieler Kampagne auskommen musste (zumindest keine klassische) und völlig auf das Multiplayer Geschehen konzentriert war, spendieren uns die Mannen um Respawn Entertainment eine Geschichte im Titan Universum. Man spielt Cooper, einen einfachen Soldaten, der durch gewisse Ereignise relativ schnell nach dem Tutorial zum Piloten befördert wird und eine Beziehung zum Titan BT-7274 oder kurz "BT" aufbaut. Fortan wechseln sich in unterschiedlichen Abschnitten die Action zwischen Piloten und Titan ab. Mal übernimmt man nur die Steuerung für Cooper, mal ist man zusammen mit dem Titan unterwegs. Doch es ist nicht nur stumpfe Balleraction gefragt. Vielmehr versucht man Shooter und geschickt platzierte Rätsel und Sprungeinlagen zu kombinieren und damit das doch recht gradlinige Gameplay aufzulockern. Das gelingt häufig aber nicht immer. An der ein oder anderen Stelle hatte ich das Gefühl, aus der Action heraus gerissen zu werden und es fühlte sich wie eine künstliche Verlängerung der ohnehin sehr kurz geratenen Kampagne an.


    Mit unterschiedlichen Waffen und Spielereien bietet Titanfall 2 im Einzelspieler ein ordentliches Arsenal an Meinungsverstärkern an. Auch die Bewaffnung des Titans "BT" kann man durch Auffinden neuer Loadouts beliebig oft verändern, wenn auch nicht individuell. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Herangehensweisen um Gegner zur Strecke zu bringen, was sich auch in den eingestreuten Bosskämpfen bemerkbar macht. Allerdings muss man betonen, dass sich selbst auf den höheren Schwierigkeitsgraden das Spiel relativ einfach meistern lässt. Insbesondere wenn man seinen Titan inklusive Bewaffnung einzusetzen weiß. Die KI regaierte und agierte nicht wirklich besonders schlau und waren mehr oder weniger Kanonenfutter. Auch Sammelobjekte, die Pilotenhelme, wurden in das Spiel eingebaut, diese bieten allerdings keinen wirklichen spielerischen Mehrwert. Technisch und grafisch wurde das Spiel dank hervorragend optimierter Source Engine sehr gut umgesetzt. Die Kampagne lief zu jeder Zeit flüssig, es gab keine Einbrüche oder schlimme Grafikfehler. Auch von Bugs und ähnlichem blieb ich verschont. Man merkt, dass die Entwickler sehr vertraut mit der Engine sind und die Möglichkeiten gut umzusetzen wissen. Nach großzügigen sechs Stunden Spielzeit (je nach Schwierigkeit und Vorgehen) ist der Kampagnen Spass dann auch schon vorbei.


    Multiplayer

    So nett die Kampagne auch sein mag, das eigentliche Herzstück von Titanfall 2 ist der Multiplayer. Und hier kommen vor allem jene auf ihre Kosten, die auf schnelle und actiongeladene Gefechte stehen. Wallruns, mächtige Titans und Piloten die rutschend und springend versuchen Abschüsse zu erzielen oder einen Titan kampfunfähig zu machen, sind die Kernelemente des klassischen Titanfall Multiplayers und das ist auch mit dem zweiten Ableger der Reihe nicht anders. Doch um ein angenehmes und flottes Gameplay für alle zu ermöglichen, muss die Verbindung stimmen. Und das ist der große Pluspunkt von Titanfall 2. Dedizierte Server sind vorhanden und man kann jenes Datencenter wählen, welches einem am nächsten ist. Fiese Ruckler oder schwankende Verbindungen waren in meinen Spielen nicht zu beobachten. Das Matchmaking war zu dem Zeitpunkt als ich gespielt habe noch ein wenig behäbig und es kam auch vor, dass die Spieler ungleich zwischen den Teams aufgeteilt wurden. Ich nehme an, dass man daran von Seiten des Entwicklers arbeiten wird und es auch teilweise an den unbeliebteren Modi lag. Networks, also sowas wie Clans/Gilden sollen dazu führen, dass sich die Spieler zusammenfinden und miteinander spielen. Die Übersicht dazu ist in meinen Augen recht kompliziert gehalten. Eine richtige Erklärung dazu habe ich ebenfalls ein wenig vermisst. Bei der allgemeinen Menüübersicht hat man versucht, es simpel zu halten und dies ist zumeist auch aufgegangen. Hier und da sind die Unterpunkte aber ein wenig zu verschachtelt.



    An sich bietet der Multiplayer von Titanfall 2 neun unterschiedliche Maps. Alle sind für unterschiedliche Spielweisen gebaut und sowohl die Titans als auch die Piloten haben genügned Platz sich über die Karten zu jagen. Dabei kann man wunderbar in den Nahkampf gehen oder auch mal als Scharschütze aus Entfernung die feindlichen Piloten zur Strecke bringen. Andere Titans und Piloten zu besiegen- dafür stellt man den Spielern ein ansehnliches, aber überschaubares Arsenal an Waffen, Ausrüstung, Titans samt Loadouts und Modifikationen zur Verfügung. Hingegen fallen die Möglichkeiten, seinen Piloten/Titan mithilfe von Lackierungen und ähnlichem zu personalisieren, recht hoch aus. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man zum Zeitpunkt des Tests nichts in Sachen Mikrotransaktionen entdecken konnte. Alle Ingame Belohnungen kann man sich via Spielzeit, Herausforderungen oder Ingame Währung freispielen. Dass neue Maps und anderer Content kostenfrei verteilt werden soll, ist schon seit längerem bekannt und reiht sich in den positiven Umgang mit der Community seitens Respawn ein. In Sachen Balance ist es sehr schwierig nach ein paar Spielstunden vollumfassend und fair zu urteilen. Nicht jeder Spieler konnte bereits alles freischalten, gewisse Kombinationen muten stark an, können aber nicht abschließend als overpowerd oder ähnliches tituliert werden. Hier muss die Zeit und das Verständnis von Respawn Entertainment zeigen, in welche Richtung sich Titanfall 2 bewegt.

    Fazit

    Titanfall 2 hat es schwer. Schwer mit dem Erscheinungstermin, mit dem Szenario und auch mit der Aufmerksamkeit der Spieler. Es reiht sich aber auch irgendwo deutlich zwischen den zwei Schwergewichten Battlefield und Call of Duty ein, ohne sich verstecken zu müssen. Im Gegenteil, es bietet genügend eigenständiges an, um sich von den zwei genannten Shooter abzugrenzen und doch fühlt es sich dank ehemaliger CoD Entwickler immer irgendwie vertraut an. Der Einzelspieler bietet eine kurzweilige, durchaus unterhaltsame wenn auch nicht meisterhafte Story an. Der Multiplayer sticht durch die Titans, dem Movement, der Fairness in Sachen Mikrotransaktionen und durch eine saubere Verbindung hervor. Wer also eine gute, solide Alternative zu Battlefield und Call of Duty sucht oder den Vorgänger schon mochte, der sollte sich mit Titanfall 2 beschäftigen und dem Titel eine Chance geben.




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    Danke an Juli für das fette Set!

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