CallofDutySeries.de - Hardwarevorstellung - Raijintek Atlantis Wasserkühlung


  • Manch einer wundert sich, weshalb sein PC unter Last an Fahrt verliert und schreibt dies gerne schlechter Hardware zu. Bei vielen Hilfeschreien im Netz wird dann der ultimative Joker gezogen und auf die Temperaturen verwiesen, ein Tipp der durchaus seine Berechtigung hat. Viele CPU-Kühler leiden an aggressivem Staubmausbefall oder sind einfach nur zu unterdimensioniert um die potente Hardware auch zuverlässig bei Laune zu halten, eines der besten Beispiele dazu ist der Intel i7-4790K mit dem kleinen Intel-Kühlerchen. So Mancher versuchte die K-Version auf 4.8GHz zu treiben und war verwundert, dass sich die Temperaturen nahe dem Siedepunkt von Wasser bewegten und der Rechner gerne mal die Reißleine zog und sich ins Not-Aus verabschiedete.


    Wasserkühlung ist natürlich nur was für Spinner die gerne an der Taktschraube drehen - so sagt man. Ist es tatsächlich an dem? Gut, sicher kostet eine richtige Wasserkühlung einiges mehr als eine Luftkühlung, die Vorteile sind aber nicht von der Hand zu weisen. Hierbei spreche ich natürlich nicht von den, inzwischen sehr beliebten, AIO-Lösungen, die als wirklichen Vorteil die warme Luft direkt aus dem Gehäuse schaufeln, in der tatsächlichen Kühlleistung aber einem Tower der selben Preisklasse meist gnadenlos unterlegen sind. Vollwertige "Loops" hingegen sind meist mit einem "Mehr" an Radiatorfläche gesegnet und kühlen eben nicht nur die CPU sondern, was auch zunehmend an Wichtigkeit erlangt, die GPU, sind meist leiser und deutlich effektiver als eine Luftkühlung. Raijintek, als Hersteller der Triton bereits mit einem gewissen Bekanntheitsgrad in Sachen Wasserkühlung am Markt vertreten, wagt sich nun in die Bereiche der DIY ( do it yourself ) und hat es dort als Newcomer gegen die renommierten Hersteller sicher nicht leicht. Ich habe mir ein paar der Artikel aus dem Repertoire mal herausgepickt und einer etwas intensiveren Begutachtung unterzogen.



    Da diese Parts nicht alle ohne weiteres in ein System zu integrieren sind, werde ich mich mit Einigen nur in der Vorstellung, mit Anderen hingegen etwas intensiver beschäftigen. Fakt ist an dieser Stelle Eines: es fehlt an sich nur noch ein Radiator um eine komplette WaKü aufzubauen. Selbst der Kühlflüssigkeit-Fertigmix incl. Farbe für die personalisierte Anpassung ist im Angebot, auch wenn er es irgendwie nicht mit aufs Gruppenbild geschafft hat.



    Das Herzstück einer Wasserkühlung ist die Pumpe, welche die Kühlflüssigkeit durch das System drückt. Bei diesem "Bauteil" scheiden sich schon jetzt die Geister, vor allem was Lautstärke und Performance anbelangt. Waren in den Anfängen der WaKü umgenutzte Aquarienpumpen im Einsatz, gibt es inzwischen einige angepasste und extrem spezialisierte Vertreter dieser Art, welche mit 12V betrieben werden können und mehr oder weniger Leise ihren Dienst verrichten. Die bekanntesten Vertreter kommen wohl aus den Häusern Eheim und Laing.



    die Raijintek RAI-PM5 wird mit einem Montagehalter und den dazugehörigen Satz Schrauben geliefert, weiteres Material zur Entkopplung ist nicht inbegriffen, was aber auch bei den Marktbegleitern selten anders ist. Die angegebene Leistung mit 450 l/h ist mehr als beachtlich, vor allem wenn man dabei auf die benötigten 10.8W schaut. Dieser Wert lässt sich allerdings nur theoretisch erreichen, da die Kühler und Radiatoren im System einen gewissen Widerstand entgegensetzen. In der Praxis konnte ich bei meinem System bei voller Leistung der Pumpe knapp 200 l/h erreichen, auch ein verdammt guter Wert wenn man davon ausgeht dass vor allem mein Fullcover-Grafikkühler von Watercool Einiges an Leistung frisst. Allerdings wäre hier sicher einiges an Silent-Potential zu holen gewesen, da die maximale Leistung der Pumpe ausreichen würde um ein riesen System zu wässern. An sich reichen Durchflußmengen über 60 l(min locker aus um eine zuverlässige Funktion einer Wakü sicherzustellen. Auf jeden Fall kann ich die Leistung der Eheim ziemlich verdoppeln, was aber auch deutlich zu hören ist.



    Um dem Lärmpegel etwas entgegen zu setzen verfügt die Pumpe über ein Regelpoti im Kabelbaum, womit sich die Drehzahl deutlich drosseln lässt. Mit knapp 2300 U/min ist die Lautstärke in etwa auf dem Niveau der Eheim-Pumpe, die Leistung aber auch nur noch knapp darüber. Die Halterung gibt alle Vibrationen der Pumpe gnadenlos ans Gehäuse ab, hier sollte man definitiv über eine Entkopplung nachdenken - wie halt bei allen anderen Pumpen am Markt auch. Aber immerhin passt der AGB ( fka Ausgleichbehälter ) perfekt auf die Pumpe und hat in Einheit dann tatsächlich optisch durchaus etwas zu bieten,



    vor allem da der AGB in verschiedenen Farbvariationen erhältlich ist und sich so der Optik des Innenlebens hervorragend anpassen kann. Allerdings sollte man bei der Wahl des Behälters darauf achten dass dieser in Union mit der Pumpe durchaus ein beachtliches Ausmaß erreicht, vor allem wenn die 400ml Variante mit einer Höhe von stattlichen 205mm wählt. Dieser "Tower" sieht dann in etwas so aus:



    Der AGB an sich macht einen sehr guten Eindruck, die Aludeckel sind gut verarbeitet und gefärbt, einzig der Abstand zwischen den Löchern im Deckel sind nicht ganz optimal gewählt. Hier muss man tatsächlich aufpassen welche Anschlüsse man nutzt, Versionen mit 6-Kant für Schraubenschlüssel können mit der Blindschraube in der Mitte kollidieren. Hier hilft entweder Anschraubtüllen mit Rändel oder ein klein wenig Zaubern, sprich eine Blindkappe mit etwas weniger Umfang. Schön wäre es wenn Raijintek hier bei den zukünftigen Versionen etwas großzügiger planen könnte.



    Jetzt haben wir genügend Wasser dabei und können dies auch bewegen. Wird es Zeit sich mal die Kühler etwas genauer anzuschauen. Hierbei richte ich mein Hauptaugenmerk auf den CPU-Kühler, welcher das Herzstück der Anlage ist.



    Dieser schicke Kühler ist aus vernickeltem Kupfer gefertigt und verzichtet komplett auf den Einsatz von Plexiglas. Geliefert wird dieser mit einer universalen Backplate sowie den Montagebeschlägen für AMD- und INTEL-Systeme. Die Montageanleitung ist gut bebildert und sollte jedem helfen den Kühler zu montieren der ungefähr weiß, wo er was auf einem Mainboard zu suchen hat, die Montage an sich ein Kinderspiel für Jeden, der einmal versucht einen Twintower auf einem Board zu verbauen. Die Gefahr multipler Fingerbrüche ist in diesem Fall erheblich minimiert.



    Aber auch hier finde ich wieder etwas zu jammern, wenn auch auf hohem Niveau. Der Kühler wird steif verschraubt und nötigt so den Monteur dazu mit etwas Fingerspitzengefühl gleichmäßig anzuziehen. Wer dies nicht beherzigt läuft Gefahr den Kühler zu verkannten und so die Kühlleistung erheblich zu minimieren. Hier wären ein paar Federn unter den Muttern, wie sie auch der Wettbewerb nutzt, sicher nicht von Nachteil. Auch wenn die Backplate großzügig mit Schaumstoff gepuffert ist besteht hier, zumindest theoretisch, die Gefahr, dass Grobmotoriker so fest anziehen dass die Lötstellen unter der Platte kurzgeschlossen werden. Auf einen Test dieser Situation verzichte ich jedoch zu Gunsten meines Mainboards.


    Apropos Wettbewerb, beim ersten Blick auf den Kühler beschlich mich das Gefühl etwas Bekanntes zu entdecken, und ja, das Design erinnert äußerlich schon sehr an den Heatkiller IV. Bei genauerem Hinschauen wird jedoch jeder, der etwas von der Materie versteht allerdings einen großen Unterschied feststellen. Die Bohrungen Beim Raijintek befinden sich Oben und Unten im Bezug zur Kühlfläche, der HK4 hat die Einlassöffnung in der Mitte. Dies hat auch seinen Grund, denn das Kühlprinzip ist Grundverschieden. Während es sich beim HK4 um einen sogenannten Düsenkühler handelt, setzt der auf CWB-C1 getaufte Kühler von Raijintek auf Kühlkanäle. Die folgenden Bilder verdeutlichen den unterschiedlichen Aufbau, wobei ich dabei anmerken muss, dass ich ,Aufgrund mangelnder Verfügbarkeit, keinen Kühler von Watercool zerlegt habe, aber auf ein Modell der gleichen Funktionsweise zurückgegriffen habe.



    Hier haben wir den Aufbau des Raijintek, hierbei ist deutlich zu sehen dass sich die Zulaufbohrung unten am Kühlkörper befindet und die Flüssigkeit dann komplett durch den Kühler muss um wieder ablaufen zu können.



    Das Wasser wird durch die großen Lamellen geführt und kann auf diesem Wege den Wärmetausch vornehmen. Die Lamellen sind so angeordnet dass das Wasser zwangsläufig hindurch muss, also kanalisiert wird.



    Anders verhält es sich bei einem Düsenkühler wie diesem Modell, hier wird die Kühlflüssigkeit geteilt und durch "Düsen" auf die Grundplatte gedrückt, wodurch Verwirbelungen entstehen die dafür sorgen dass die Wärme möglichst gleichmäßig aufgenommen wird. Die Grundplatte ist dafür nur minimal eingekerbt, so dass die Fläche zum Wärmetausch weit geringer ist als die des Kanalkühlers, was aber durch die oben genannte Verwirbelung wieder ausgeglichen wird.


    Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Der größte Nachteil des Raijintek ist in meinen Augen der deutlich höhere Flusswiderstand gegenüber dem Düsenkühler, was die Pumpenleistung im Test deutlich reduzierte. Der Test auf einem Standard-getaktetem 4790K ergab, bei jeweils 90 l/h, dafür einen Temperaturunterschied von 2° zu Gunsten des Raijintek, was ich der deutlich größeren Wärmetauscherfläche zuschreibe.




    diese beiden Vertreter gehören auf die Grafikkarte. In diesem Fall hat sich Raijintek dazu entschieden nicht mit einem fullcover-Kühler einzusteigen, was durchaus Sinn macht, immerhin sind doch eine Menge verschiedener Grafikkarten im Umlauf und für jedes Modell müsste man einen eigenen Kühler kreieren, was eine Menge Geld kosten würde. Allerdings kommt hier etwas für alle die keinen passenden Kühler finden - die Selbstbaulösung für RAM und/oder Spannungswandler und die GPU. Hier hat man sich auf jeden Fall etwas Gedanken gemacht und einen Kühler geschaffen der so ziemlich auf jede GPU passen dürfte. Die Bastelei wird aber wohl jeden Abschrecken der einen fertigen Kühler für sein Schätzchen im Angebot findet.



    Nun muss natürlich auch noch zusammengebracht werden was zusammen gehört. Dafür liefert Raijintek den passenden Schlauch für 13/10er Montagen mit, was nichts anderes heisst dass der Schlauchinnendurchmesser auf eine 10mm Tülle passt und die Überwurfmutter einen Lochdurchmesser von 13mm haben darf. Der Schlauch ist verhältnismäßig stabil vergleichen mit anderen Sorten die ich bisher in den Händen hatte, wehrt sich auch ein klein wenig beim Verlegen, gestattet dafür aber doch relativ enge Biegeradien ohne abzuknicken. Dadurch erspart man sich doch den Griff zur Feder wenns mal etwas Enger wird.



    unter UV-Licht erstrahlt der Schlauch dann auch noch in einem zarten Blau, ein Part den der Eine oder Andere sicher auch zu schätzen weiß, auch wenn es durchaus Schläuche gibt die aggressiver reagieren.


    Fazit


    Raijintek versucht sich in einem Markt zu etablieren der über ein überschaubares Potential verfügt und hart umkämpft ist. Man versucht einige Lösungen anders anzugehen, kann aber grundsätzliche Probleme der Wasserkühlung auch nicht ausmerzen. Ähnlich wie die Marktbegleiter versucht man sich hier als Vollsortimenter und bietet dem geneigten Kunden ein nahezu komplettes Paket an, welches sich im Vergleich mit dem Wettbewerb nicht verstecken muss. Da die angestrebten Preispunkte allerdings nicht so wahnsinnig weit von denen der etablierten Hersteller angesiedelt sind bleibt abzuwarten inwiefern sich ein Newcomer dauerhaft behaupten kann.



    Prinzipiell weiß das Gesamtsystem und/oder Konzept aber zu gefallen und kann bei mir, trotz kleiner Abzüge in der B-Note, durchaus punkten. Ich denke dass es vor allem für die AGB eine Menge Liebhaber geben wird und auch die anderen Komponenten werden ihre Abnehmer finden, die damit definitiv auch nichts falsch machen. Für die Kühlleistung kann ich ganz klar einen Award rausrücken und auch den Kauftipp gibt es von mir.



    An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen dass die Ergebnisse nicht unter Laborbedingungen durchgeführt wurden und alle angaben auf zeitversetzten Eigenmessungen basierten. Als Grundlage für die Pumpendrehzahl habe ich 3 Imp./Umdr. angesetzt, da die Werte bei den obligatorischen 2 Impulsen nicht mit den Eckdaten der Pumpe harmonierten. ( max. 3000 min-1)

  • Ich hätte bei einer Wasserkühlung irgendwie immer Angst, dass sie irgendwo leckt und den PC unter Wasser setzt.

    Das ist eigentlich nahezu unmöglich und selbst wenn - die Kühlflüssigkeit leitet nicht, also scheppert es nicht deinen ganzen Rechner zusammen :D


    Hab seit Marktstart die Rajintek Triton im Einsatz, für mich der optimale Kompromiss zwischen WaKü Eigenbau und Komplett-WaKü.

    You'll never live if you're just too scared to die!



    You'll never fly if you're too scared of the heights!

  • Wie immer ein Hardware-Test der sich flüssig von Anfang bis Ende lesen lässt, danke Papa. :danke:


    Was den Wasserverlust einer WaKü betrifft führt es so gut wie nie zu einem Kurzschluss, allerdings kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass die entstehenden Ablagerungen durch getrocknete oder verdunstete Kühlflüssigkeit gerade in Buchsen zu einem Problem werden können da die Kontakte oft schwingend gelagert sind.


    Aber in Sachen Sound of Silence nur schwer durch Luftkühler zu toppen gerade bei OC Systemen.

  • Moin, moin...
    Vorab :danke: an Papa für den Test, sowie den Bericht dazu...


    Und an die Comu hier... schämt euch knapp 2.000 hits und nur 3 kom und 5 likes...
    Ich hab zwar letztes Jahr n neuen rechner, aber denoch lese ich hier gern die berichte die hier in std langer arbeit zurecht getextet werden und nicht zuvergessen die handwerkliche arbeit, da sollte doch n daum drin sein or meint ihr nicht?

    Du stehst vor einer Weggabelung und mußt dich für links or rechts entscheiden, welchen Weg würdest du wählen. Links wo die Sonne scheint or Rechts wo ein Pfad durch einen dunklen Wald führt???
    Nach jeden Sonnenschein folgt die Dunkelheit und nach jeden harten Weg ein Lichtlein.
    Es bleibt also nur die Frage:
    Wie bequem bist du???